Lipödem / Lymphödem

 

Das Lipödem als Erkrankungsbild wurde erstmals 1940von den US-amerikanischen Ärzten Allen und Hinesbeschrieben. Ein Lipödem zeichnet sich durch verschiedene Symptome aus. Das Unterhautfettgewebe im Bereich der Beine (oder der Arme) nimmt langsam, aber stetig zu. Füße (oder Hände) bleiben dagegen normal, ebenso wie der Rumpf des Körpers. Je nachdem, wie weit das Lipödem fortgeschritten ist, stimmen die Proportionen zwischen Ober- und Unterkörper nicht mehr. Das fällt umso mehr auf, wenn die Betroffene im Grunde normalgewichtig ist.

 

Die Fettverteilung an den Beinen (bzw. Armen) kann individuell verschieden sein. Manchmal ist das gesamte Bein von den Knöcheln an aufwärts betroffen (teilweise inklusive Gesäß), bei anderen vermehrt sich das Fettgewebe möglicherweise nur an den Oberschenkeln oder Unterschenkeln (bzw. Ober- oder Unterarmen). Ist das Fett gleichmäßig über das gesamte Bein verteilt, spricht man auch von einem "Säulenbein". Sammelt sich das Fett vor allem am oberen Teil des Oberschenkels an, liegt eine sogenannte "Reiterhose" vor. In späteren Stadien bilden sich bei den Betroffenen möglicherweise Fettwülste oberhalb der Knie oder der Sprunggelenke.

 

Anfangs sind die vom Lipödem betroffenen Gewebebereiche oft "nur" druckempfindlich, möglicherweise liegt ein Spannungsgefühl vor. In fortgeschrittenen Stadien verstärken sich die Symptome: Die Bereiche reagieren dann sehr schmerzhaft auf Druck, können unter Umständen aber auch ohne Druck schmerzen.

Insgesamt fühlt sich die Haut der vom Lipödem betroffenen Bereiche weich an und wirkt eher zart und fein. Häufig erkennt man unter der Haut feinste verzweigte Blutgefäße. Zudem entstehen sehr leicht blaue Flecken (Blutergüsse).Im Unterschied zu einem normalen Ödem lässt sich das Gewebe bei einem Lipödem kaum oder gar nicht eindrücken beziehungsweise der Druck hinterlässt keine Delle. Die Beine fühlen sich durch das Lipödem oft schwer an.

 

Welche Ursachen ein Lipödem hat, ist noch nicht vollständig geklärt.

Wahrscheinlich gibt es eine erbliche Komponente, da bei etwa 20 Prozent der Betroffenen weitere Fälle innerhalb der Familie vorkommen.Bei den Betroffenen vermehrt sich an beiden Beinen (oder den Armen) das Fettgewebe der Unterhaut. Im Unterschied zur Fettzunahme bei Übergewicht wachsen jedoch nicht die einzelnen Fettzellen, sondern das Fettgewebe an sich verändert sich:

 

  • mehr Fettzellen: Die Zahl der Fettzellen steigt, wodurch das Fettgewebe der Unterhaut dicker wird.
  • mehr und fester strukturiert: Fettzellen liegen immer zu mehreren als Läppchen organisiert im Gewebe vor. Beim Lipödem sind die Strukturen, die die Fettzellen zusammenhalten, stärker und auch vermehrt vorhanden. Die Läppchen bilden als Folge tastbare Knötchen in der Unterhaut.

 

Außerdem kommt es beim Lipödem zu einer Erkrankung der kleinsten Blutgefäße (sog. Mikroangiopathie), in deren Folge die Durchlässigkeit der Blutgefäße (Kapillaren) zunimmt. Gleichzeitig filtriert der Körper mehr Wasser aus dem Blut, welches durch die durchlässigeren Gefäßwände leichter ins umliegende Fettgewebe gelangt und hier aufgenommen wird. Auf diese Weise bildet sich oberhalb der bindegewebigen Hüllschicht (Faszien) ein Ödem, sodass das Gewebe stark spannt. Das betroffene Gewebe reagiert als Folge dieser Wasseranstauung sehr schmerzhaft auf Druck.Außerdem kommt es aufgrund der durchlässigeren Kapillaren rascher zu blauen Flecken(Blutergüssen), da nicht nur Wasser, sondern auch rote Blutkörperchen leichter die Gefäßwände durchdringen. Bereits kaum merkliche Stöße können so zu blauen Flecken führen. Über die Jahre belastet die Erkrankung zunehmend die Lymphgefäße und stört im Verlauf auch den Lymphabfluss. Auf diese Weise kann sich zusätzlich zum Lipödem ein Lymphödem ausbilden.

 

Therapiemöglichkeiten

Bislang gibt es für das Lipödem keine ursächliche Therapie. Dennoch lassen sie die Beschwerden der Erkrankung durch eine Behandlung größtenteils lindern und auch der Umfang der Beine (oder Arme) verringern. Ob bei einem Lipödem eine Therapie notwendig ist, hängt davon ab, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Bei einem Lipödem ist das erste Ziel der Therapie, das im Gewebe gespeicherte Wasser so weit wie möglich zu verringern beziehungsweise das Gewebe zu entstauen. Das lässt sich mit zwei Methoden erreichen:

  • über die komplexe physikalische Entstauungstherapie(KPE): Die KPE ist eine Kombination aus vier verschiedenen Maßnahmen:
  • über Kompressionsverbände: Durch spezielle Verbände oder durch Kompressionsstrümpfe lässt sich in frühen Stadien oft verhindern, dass sich mehr Wasser einlagert bzw. sich das Lipödem verschlimmert

Laut Empfehlungen sollte die komplexe physikalische Entstauungstherapie möglichst lebenslangdurchgeführt werden, da sich die Ödeme sonst erneut bilden. Auf das Fettgewebe an sich hat die KPE jedoch keine Auswirkungen. Nach einer erfolgreichen Entwässerung des Lipödems kann deshalb eine Fettabsaugung (Liposuktion) infrage kommen, bei der der Arzt übermäßiges Fettgewebe entfernt.

 

Wird die Liposuktion von den Krankenkassen bezahlt ?

Obwohl eine Kombination aus komplexer physikalischer Entstauungstherapie und Fettabsaugung als Therapie von Experten empfohlen wird, zählt die Fettabsaugung noch nicht zu den Standardtherapien beim Lipödem. Aus diesem Grund müssen Betroffene die Kosten für eine Fettabsaugung in der Regel selbst tragen, da der Eingriff von den Krankenkassen bislang als reine Schönheits-OP gewertet wird.

 

 

 

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